Wirtschaftsauskunfteien prognostizieren für 2021 Anstieg der Firmeninsolvenzen

Die Corona-Pandemie grassiert weltweit und hinterlässt wirtschaftlich deutliche Spuren. Die Wirtschaftsauskunfteien gehen davon aus, dass 2021 mit einem deutlichen Anstieg der Firmenpleiten zu rechnen ist. Denn ab Januar gilt wieder die klassische Antragspflicht einer Insolvenz.

Corona hat Lieferketten unterbrochen und die globale Wirtschaft in eine Krise gestürzt. Als Folge der Covid-19-Pandemie droht nun für 2021 eine weltweite Welle an Insolvenzen. Nach Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel ist hierzulande bereits für 2020 mit rund 18.000 Insolvenzen zu rechnen. Zwar gingen die Pleiten vom ersten bis dritten Quartal um 14,7 Prozent zurück. Doch diese Entwicklung ist unter anderem der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht im März zuzuschreiben, mit der die Bundesregierung Unternehmen bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung in der Corona-Krise helfen wollte.

Diese Regelung wurde zwar bis zum 31.12.2020 verlängert, gilt aber nur noch für überschuldete, nicht jedoch für zahlungsunfähige Firmen. Diese sind daher seit Oktober 2020 wieder in der Pflicht, im schlimmsten Fall Konkurs anzumelden. Da in diesen Fällen das Unabwendbare oftmals nur verschoben und somit „Zombieunternehmen“ künstlich am Leben gehalten wurden, rechnet Crifbürgel mit einem deutlichen Anstieg bei den Insolvenzen, der weit in das Jahr 2021 hineinragen soll. Denn die Insolvenzstatistik bilde immer die Vergangenheit ab, könne als Blick in den Rückspiegel betrachtet werden, so dass die Auswirkungen der Corona-Krise verstärkt 2021 sichtbar werden. Vor allem Unternehmen aus den Branchen Gastronomie, Touristik, Entertainment und Messebau seien besonders gefährdet.

Bereits im Juli hatte der Kreditversicherer Euler Hermes ab Herbst 2020 global ein Plus bei den Pleiten in Höhe von 35 Prozent prognostiziert und darauf hingewiesen, dass die Zahl der vom Konkurs betroffenen Unternehmen damit ein außerordentliches Ausmaß erreiche.

Im Jahr 2019 lag der Zuwachs bei den Insolvenzen noch lediglich bei acht Prozent. Für 2020 war vor der Corona-Krise zunächst ein Anstieg um rund sechs Prozent prognostiziert worden. Für Deutschland rechnen die Volkswirte der Allianz-Tochter für 2020 und 2021 insgesamt mit mindestens zwölf Prozent mehr Konkursen als noch 2019. In konkreten Zahlen sollen die Pleiten hierzulande dann auf etwa 21.000 Fälle hochschnellen. Der Löwenanteil soll mit acht Prozent auf 2021 entfallen. Für 2020 wird für Deutschland ein Zuwachs um vier Prozent erwartet.

„Spätestens im dritten Quartal des Jahres wird diese Zeitbombe hochgehen und die Schockwellen dürften sich ins gesamte erste Halbjahr 2021 ausbreiten“, warnte Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Trotz ausgesetzter Antragspflicht habe es bereits Großinsolvenzen gegeben. So suchten Galeria Karstadt Kaufhof, die Modeunternehmen Hallhuber, Esprit oder Escada, aber auch die Restaurantkette Vapiano Rettung in einem Schutzschirmverfahren. Auch in Schlüsselbranchen wie der Automobil- und Metallindustrie gab es im ersten Halbjahr bereits einige Pleiten.

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